Werner

Alter: 51 Anmeldedatum: 06.04.2009 Beiträge: 116 Wohnort: Neu Kaliß
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Verfasst am: Do 17 Jun, 2010 10:30 Beitrag speichern Titel: 10 Minuten vom Büro in Südwestmecklenburg |
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Moin Gemeide,
dieses Jahr scheint es einen richtigen "Run" auf Skandinavien zu geben, und ich bin bis auf die paar Tage in Knüllwald noch nicht
aus meinem Büro herausgekommen. Umso mehr freue ich mich über die tollen Reiseberichte. Doch gestern mußte ich einfach
mal raus! Sowieso brauchte der Hund seine abendliche Bewegung, und direkt vor meiner Haustür im Umkreis von 10km liegen
schöne Wald und Flurgebiete, durch die man hier in Mecklenburg noch stundenlang kreuz und quer ganz legal fahren kann.
Gerade jetzt, im Mai und Juni sowie im September, wenn die Hirschbrunft stattfindet, ist die schönste Jahreszeit hierfür. Gestern habe
ich mal die Kamera mitgenommen und sende nachfolgend ein paar Eindrücke meines "Ausfluges". Insgesamt bin ich hierfür 14km unterwegs gewesen.
Seit der Holzpreis so gestiegen ist, ist der Wald ganz schön gelichtet
worden. In den letzten 5-6 Jahren ist sicher mehr Holz geschlagen
worden als in 30 Jahren vorher.
Es ist einfach enspannend, abends durch den Wald zu fahren. Selbst
die Hasen bleiben interessiert stehen und wollen sehen, was kommt.
Überhaupt haben wir hier sehr viel Wild. Um diese Zeit und im
September ist es garantiert, Hasen, Rehe und Rotwild zu sehen,
wenn man in den Wald fährt. Dazu kommen viele Raubvögel und,
wenn man Glück hat, Wildschweine und kleinere Tiere. Einmal
habe ich sogar forstamtlich bestätigt einen Wolf live erlebt.
Im September schon, aber nicht im Juni ist alltäg, über 30 Stück
Rotwild aus kurzer Distanz friedlich beim äsen zusehen zu können.
Auch ohne Anblick von Wild ist die Stimmung in Wald und Flur
eine Stunde vor Sonnenuntergang Balsam für die Seele. Insbe-
sondere, wenn man sie erlebt, nachdem noch keine 10min ver-
gangen sind, als man von seinem Bürostuhl aufgestanden ist.
Wie gesagt kann man hier bei uns noch stundenlang durch kreuz
und quer durch den Wald fahren, ohne eine Asphaltstrasse oder
ein Haus zu sehen. In meiner Heimat um Köln herum ist so etwas
undenkbar. Das entschädigt einen Kölner Landcruiserfahrer schon
dafür, hier anstatt in Köln zu arbeiten und zu leben.
Kommt man an die Waldränder, sind zu dieser Jahreszeit die Felder
noch nicht abgeerntet und strahlen richtig in der Abendsonne.
Als Kind erinnere ich mich, das die Kornfelder reich gesäumt waren
von Kornblumen und Klatschmohn. Heut zu Tage hat man hier Glück,
wenn man noch welche findet. Offengestanden gibt mir dies ein
bischen zu denken, ob es wirklich gesünder geworden ist, wie wir
heute produzieren.
Eine fünf Kilometer lange Piste mit tiefem, feinsten Sand. Hier kann
man es richig krachen lassen. Appropos: Dies ist eine offizielle mit
Nummer versehene Kreisstrasse hier.
Das Licht geht aus - wir gehn nach Haus. Das soll es dann auch von
meinem gestrigen Waldausflug gewesen sein.
_________________ Viele Grüße
Werner
Es gibt nur einen Grund für rückwärts - um Anlauf zu nehmen! |
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